Wanda schickte mir als Erstkontakt eine E-Mail mit zwei nur Sätzen: Meine Freundin sagt, du kannst Ängste weg machen. Gilt das auch für Angst Nein zu sagen?

„Ja klar“, war meine kurze Antwort. Ergänzt von, „wenn du mir deine Nummer gibst rufe ich dich an, dann können wir die Möglichkeiten besprechen.“

Zweieinhalb Wochen hörte ich nichts von Wanda, dann zwei neue Mails: In der einen stand „nicht nötig. Ich habe schon entschieden.“ Die zweite Nachricht kam von meinem Online-Termin-Tool, Betreff „Neuer Termin mit Wanda“

Weitere drei Wochen später stand Wanda bei mir in der Praxis. Im Vorgespräch zeigte sich, dass Wanda schon als kleines Mädchen immer das Gefühl hatte, es allen recht machen zu müssen. Ich fragte sie: „Was wäre das schlimmste, was passieren könnte, wenn du dich zukünftig traust nein zu sagen und deine Meinung zu vertreten?“

1. Antwort: „Ich habe Angst zu dominant zu sein“
2. Antwort: „Ich habe Angst zu viel Unruhe in mein Leben zu bringen“
3. Antwort: „Ich habe Angst andere vor den Kopf zu stossen“

Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie manchmal das vermeintliche Problem nur die Spitze des Eisbergs ist. Bei Wanda dauerte das Vorgespräch entsprechend lange, weil jetzt erst einmal geklärt werden musste, was denn nun das Hauptproblem ist.

In diesem Fall gab es letztendlich zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung haben wir die „Zweifel“ aus dem Weg geräumt – auch dies mit Hilfe der Hypnose. Es hatte seinen Grund, warum Wanda ihre liebe Mühe mit Dominanz und Widerspruch hatte. Hier war in erster Linie viel Vergebungsarbeit gefragt.

Vergeben heisst indes nicht, dass man gutheisst, was jemand anderes einem angetan hat. Es heisst lediglich, den anderen zu entwaffnen. Wenn ich meinem Widersacher vergebe, aus tiefstem Herzen, dann kann das was er mir angetan hat, mich nicht mehr in gleicher Weise belasten. Es kehrt eine innere Ruhe ein.

Der Vergebungsprozess war für Wanda sehr anstrengend und auch nervenaufreibend. Da wurde geweint, geschimpft, verurteilt, aber auch getröstet, vergeben und geheilt.

Ein Monat später kam Wanda zu ihrem zweiten Termin. Sie sah viel gelöster aus.

Auch dieses Mal stellte ich ihr wieder die gleiche Frage: „Was wäre das schlimmste, was passieren könnte, wenn du dich zukünftig traust nein zu sagen und deine Meinung zu vertreten?“

Sie: „es gibt nichts mehr, was daran schlimm sein könnte“

Ich: „Hast du keine Angst mehr, Unruhe in dein Leben zu bringen?“

Sie: „Nein. Mein Leben ist seit der letzten Sitzung so viel ruhiger geworden, weil ich nicht mehr unter so einem grossen innerlichen Druck stehe…. das liegt jetzt drin.“

Ich: „…und was ist mit der Angst jemanden vor den Kopf zu stossen?“

Sie: „Vielleicht braucht es das manchmal. Ich muss ja nicht gleich der Elefant im Porzellan-Laden sein“

Es war eine wahre Freude für mich zu sehen, wieviel sich in Wandas Leben seit der ersten Sitzung verändert hat. Ich bin bis heute nicht sicher, ob sie die zweite Sitzung wirklich „gebraucht“ hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich ihr Selbstwert mit der ersten Sitzung massiv verändert hat – zum positiven – und dass sie bereits angefangen für ihre Meinung einzustehen.

Aber Wanda wünschte diese zweite Sitzung. Für sie war es wichtig, das ursprüngliche Thema nun noch offiziell anzugehen und zu lösen. In dieser zweiten Sitzung habe ich Wanda gedanklich in verschiedene schwierige Situationen Geschick – in allen konnte sie souverän und gelassen für ihre Meinung und ihre Bedürfnisse einstehen. Was aus therapeutischer Sicht nur noch „fine tuning“ war, war für Wanda der Abschluss einer immensen Entwicklung.

Für solche „emotinalen“ Ängste, oder Ängste die nicht Objekt gebunden sind, ist Hypnose das ideale Mittel zur Veränderung.

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